Viertelfinalrückspiel deutsche Meisterschaft mA-Jugend | HC Erlangen U19 schlägt den THW Kiel mit 41:30 (18:16)
Wer in der rappelvollen KHH-Halle in Erlangen das Hinspielergebnis nicht kannte, durfte angesichts des furiosen 11-Tore-Sieges der Heimmannschaft gemutmaßt haben, dass der Titelverteidiger ins deutsche Halbfinale eingezogen war.
Aber da war eben auch dieses 45:29 für den THW vor einer Woche in Kiel, so dass eben die „Zebras“ nach zwei kurios unterschiedlichen Resultaten die Runde der besten vier Mannschaften Deutschlands erreichten.
„Es gab in der Halle dieses gewisse Gefühl, dass es sich hätte entwickeln können, die Riesensensation zu schaffen. Auch wenn wir nicht ganz herankamen, waren wir aber immerhin im Bereich dessen, etwas ganz Besonderes herbeizuführen“, sagte Tobi Wannenmacher, der dafür mehr als nur den einen Hut vor seiner Mannschaft zog.
Gut 1.500 Zuschauer waren trotz des deutlichen Hinspielrückstandes gekommen um das Team zu unterstützen. „Wie viele von Ihnen an einen 17 Tore Sieg glaubten, weiß ich nicht. Aber die, die da waren und zur Mannschaft gehalten haben, haben ihr Kommen sicher nicht bereut.“
Ans vorzeitige Aufgeben dachten die Franken schon unter der Woche, in der Vorbereitung auf das Rückspiel, zu keinem Zeitpunkt. Die Schmerzen der letzten Wochen und Monate waren vergessen und jeder im Team wollte es im Vergleich zum desolaten Hinspiel besser machen. Zudem war man sich im Team bewusst, dass sie die Halle bei aufopferungsvollem Einsatz, großen Emotionen und dem nötigen Mut, wie schon beim Gewinn der deutschen Meisterschaft, nach vorne tragen würde.
Eine schnelle Fünf-Tore-Führung nach 13 Minuten brachte den Gastgeber in genau die Ausgangslage, die sie brauchten und wollten. „Das Team hat heute, beim letztendlich leider tränenreichen Abschluss ihrer Jugendzeit, nochmal bewiesen, wozu es in der Lage ist, warum sich viele zurecht deutscher Meister nennen dürfen. Wir können uns, vor allem in der Mannschaft, nach dieser grandiosen Leistung mehr als nur wieder in die Augen schauen und stolz sein“, so Wannenmacher.
Kiels Trainer Felix Höppner atmete nach dem Weiterkommen auf: „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, den hohen Vorsprung über die Ziellinie zu retten. Die Stimmung in der Halle war unglaublich heiß, Erlangen hat bis zum Ende alles gegeben und aufopferungsvoll gekämpft. Ich ziehe absolut den Hut vor dieser Teamleistung von Erlangen heute.“
Der HC Erlangen e.V. gratuliert dem THW Kiel zum verdienten Weiterkommen und wünscht Ihnen viel Erfolg im Kampf um die deutsche Meisterschaft.
Damit verabschiedet sich der „goldene Jahrgang 2007“ von seiner mehr als erfolgreichen Jugendzeit. U.a. sechs bayerische Meistertitel, vier Teilnahmen an deutschen Meisterschaften, dreimal davon mindestens unter den Top 8 Deutschlands, sowie den historischen Titelgewinn 2025 wird den Spielern keiner mehr nehmen.
Und zum Abschluss nun diese beiden DM-Spiele gegen Kiel, die sowohl negativ als auch positiv ebenfalls ewig in Erinnerung bleiben werden.
Das Positive überwiegt.
Ab der 15. bis zur 35. Minute konnten die Kieler das Spielgeschehen ausgeglichen gestalten und die Halle durch eigene Treffer und Torwartparaden etwas beruhigen. In der Gesamtbetrachtung der Erlanger „High-Speed“ Aufholjagd schmerzten aber sicherlich die sieben (!) verworfenen Siebenmeter im Spielverlauf.
Bei den Gastgebern feierte in den letzten 15 Minuten Stammtorwart Dorian Knezevic ein emotionales Comeback und löste den bis dahin gut haltenden Florian Weiß ab. In Person von Linkshänder Maxsim Lochman fehlte dagegen wie schon im Hinspiel ein wesentlicher Bestandteil der mA-Jugend mit seiner individuellen Klasse und Wurfkraft. „Er hätte uns natürlich sehr geholfen, unsere Rotation wäre nochmal tiefer gewesen, unser Tempo zwischen den Linien und der Druck auf die Kieler Deckung durch ihn nochmal deutlich höher.“
Lochman erzielte am selben Nachmittag sieben Tore im Männerbundesligaspiel.









