U21 holt einen Punkt beim Spitzenspiel in Regensburg – Spielbericht

09.11.2018|Allgemein|

Erlanger “Jungspunde” punkten / 27:27

Schon im Vorfeld des Duells der beiden Spitzenmannschaften der Bezirksoberliga Ostbayern wurde von Regensburger Seite ordentlich Stimmung gemacht. In einem Videotrailer wurden die Erlanger mit der Streitmacht der Perser und die Regensburger mit den 300 Spartiaten aus dem Action Trash Streifen „300“ verglichen. Der im schönsten Oberpfälzer Dialekt vorgetragene seltsame Vergleich löste bei den Erlangern das ein oder andere Kopfschütteln und Schmunzeln aus. Gleichzeitig ging man umso motivierter in dieses Topspiel. Außerdem fürchteten sich die Eisenbahner aus Regensburg vor einer „List“ mit der die 300 Spartiaten besiegt worden waren. Dabei waren es die Regensburger selbst, die versuchten den Termin des Spiels zeitgleich mit einem Spiel der U23 des HC Erlangen stattfinden zu lassen, um möglicherweise zu verhindern, dass die Erlanger mit ihrer gewöhnlichen Besetzung antreten können. Dass sich mittlerweile alle Gegner vor den 1. und 3. Liga Spielern in der BOL fürchten ist nichts neues, aber einigermaßen sinnlos. Im Kader der U21 stehen hauptsächlich junge Talente, die Spielpraxis sammeln müssen und noch nicht lange im Männerbereich spielen, aber sich in Richtung 3. Liga hin entwickeln sollen. Dies soll schließlich auch das Ziel im Leistungssport sein und ist keine List oder dergleichen. Alle Vereine nutzen auf diese Weise das Regelwerk um junge Spieler zu entwickeln und auszubilden. Sicherlich gibt es da auch ein paar Ausnahmen im Kader. Das sind aber diejenigen, die das Trainingspensum der 3. Liga Mannschaft nicht mehr zu 100% mitgehen können und deshalb der Mannschaft darunter mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. Nicht zuletzt die Regensburger profitieren aber ebenfalls von ihren erfahrenen Spielern, die höherklassiges Niveau mitbringen und sich nicht verstecken müssen.

Nach einem gemeinsamen Treffen mit Kaffeetrinken und Vorbesprechung auf einer Autobahnraststätte ging man zwar gut vorbereitet in diese Partie, doch die “Jungspunde” des HCE kamen nicht so recht ins Spiel. Der nervöse Start mit überhasteten Kreisanspielen führte zu Ballgewinnen der Regensburger, die diese zu nutzen wussten und mit 3:0 in Führung gingen. Aber die U21 kämpfte sich ins Spiel, glich zum 5:5 aus und konnte mit 6:9 in Führung gehen. Zu diesem Zeitpunkt lag das Momentum klar auf Seiten der Erlanger, weshalb die Gastgeber die erste Auszeit nahmen. Diese zeigte Wirkung und der ESV konnte das Spielgeschehen wieder an sich reißen und den Spielstand wieder ausgleichen. Eine schön herausgespielte Kombination wurde nicht belohnt, weil Marwin Wunders letzter Wurf als abgestanden gewertet wurde. So ging es beim Stand von 13:12 in die Pause.

Der Start der zweiten Halbzeit ging für die Gäste völlig in die Hose. Vorne verschenkte man durch einfache Fehler die Bälle, was in Gegenstoßtoren resultierte und hinten ließ man ein ums andere Mal ESV Routinier Steve Müller nahezu ungehindert zum Tor ziehen. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff und einem 6:0 Lauf sah man sich gezwungen beim Stand von 19:12 eine Auszeit zu nehmen und auch diesmal gelang es das Momentum wieder zu drehen, diesmal zum Vorteil der U21. Eine 2 Minuten Strafe des bereits genannten Müller und die Wiedereinwechslung von Torwart Clemens Rein und Abwehrchef Tobias Wannenmacher läuteten die Aufholjagd ein. Tor um Tor kämpfte man sich wieder zurück und glich in der 54. Minute zum 24:24 aus. Es gelang sogar die zwei Tore Führung zum 24:26. Doch schafften man es nicht diesen Vorsprung über die Runden zu bringen. Zu sehr verstrickte man sich nun im Angriff in 1:1 Situationen, die vorher vielleicht noch erfolgreich waren, anstatt geduldig Chancen herauszuspielen. Regensburg ging wieder in Führung, doch die U21 glich durch Magnus Hayn zum 27:27 aus und hatte sogar selbst nochmal die Chance in Führung zu gehen. Diesmal hatte man die Geduld und spielte den völlig alleingelassenen Christian Froschauer am Kreis frei. Doch der Führungstreffer wurde aufgrund drohendem Zeitspiel und einem Pass zu viel nicht gewertet. Der anschließende Gegenstoß konnte nur noch unsanft durch die Abwehr der U21 gestoppt werden und resultierte in einer roten Karten. Aus dem letzten Freiwurf konnte Regensburg vier Sekunden vor Schluss keinen Nutzen mehr ziehen und so blieb es beim gerechten 27:27 Unentschieden.

Ein Bericht von Clemens Rein

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