Interview mit Tobias Wannenmacher

3. Liga Ost
Datum: 16.11.2017 - Von: AP

Kurz vor dem Ende der Vorrunde beantwortet Cheftrainer Tobias Wannenmacher Fragen zum bisherigen Saisonverlauf, das Niveau in der dritten Liga und seine neue Rolle bei der ersten Mannschaft.
Tobias, der Start in die aktuelle Saison klappte sehr gut, aktuell befindet sich die Mannschaft in einer kleinen Niederlagenserie, hat drei der letzten vier Spiele verloren. Wie ist dein Zwischenfazit zum bisherigen Saisonverlauf?
Für uns bleibt alles beim Alten, nach wie vor zählt für uns nur der Klassenerhalt, die Platzierung ist sekundär und eine schöne Momentaufnahme. Entscheidend ist der Abstand zum drittletzten Tabellenplatz, damit man sich entspannt Woche für Woche weiterentwickeln kann und nicht in Abstiegsgefahr gerät.
Hast du dir persönlich Ziele gesetzt, die du mit der Mannschaft erreichen willst? Gilt es, diese Ziele anzupassen?
Ziel sollte es in der Rückrunde ebenfalls sein, in der Rückrunde punktuell A-Jugendliche einzusetzen, um diese auch an die Mannschaft und das Niveau heranzuführen. Wir bewerten weiterhin unsere Ziele etappenweise, jetzt haben wir drei Heimspiele in Folge und damit gute Möglichkeiten zu punkten.
Wie siehst du die Entwicklung deiner Spieler, wie passen sie sich an das Niveau der dritten Liga an?
Die Entwicklung ist weitestgehend positiv, vor Allem Spieler, von denen man eventuell nicht damit gerechnet hat, dass sie sich auf dem Niveau etablieren können, zeigen Woche für Woche, dass sie in der Lage sind gegen die Gegner in dieser Liga ihre Leistung abzurufen. Ziel ist es hier natürlich auch klar die Leistungsträger zu definieren und um sie herum ein Gerüst aufzubauen und das in den nächsten Jahren mit jungen Spielern zu füllen.
Wie war für dich die Erfahrung als Coach in der DKB Handball-Bundesliga? Du hast ja jetzt eine feste Position bei der ersten Mannschaft? Was bedeutet das konkret für die U23 und deine Aufgabe als Jugendkoordinator?
Die Erfahrungen waren recht vielfältig, die doch sehr vielseitige Welt des Bundesligahandballs mit Sky-Interviews und Presseterminen bis hin zu detaillierten Videoanalysen stand bei mir bis jetzt eher nicht so im Vordergrund. Auf jeden Fall war es sehr erfahrungsreich. Nach drei Wochen hat sich dort aber auch gezeigt, dass ein gestandener Bundesligatrainer das Ruder bei der ersten Mannschaft übernehmen muss und ich diesem nach wie vor mit Rat und Tat zur Verfügung stehe, um die Bundesligamannschaft wieder in die Spur zu führen und damit den Grundstock für einen erfolgreichen Handball in Erlangen und der Metropolregion zu legen. In meiner neuen Funktion bei der ersten Mannschaft gilt es für mich die Strukturen aus der Profimannschaft über die U23, U21 und A-Jugend, aber auch bis in die B- und C-Jugend zu tragen und dort eine bessere Zusammenarbeit herzustellen. Im Zuge dessen ist diese Position natürlich sehr interessant und bietet alle Facetten eines Trainerdaseins und eines Koordinators, um dort die Übergänge leistungsorientiert zu definieren.
Das Programm bis Weihnachten bietet noch Groß-Bieberau/Modau und Northeim. Wie schätzt du die jeweiligen Gegner ein, was sind für Spiele in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle zu erwarten?
Mit Groß-Bieberau kommt eine Mannschaft, die in den letzten Jahren immer im vorderen Drittel der Tabelle zu finden war und die vor der Saison einen kleinen Aderlass hinnehmen musste. Die Mannschaft ist jünger geworden und das hat zu einem etwas holprigen Saisonstart geführt. Nach kurzer Anlaufzeit befinden sie sich nun allerdings im Aufwind, vergleichbar mit Großwallstadt. In den letzten Wochen wurden teilweise sehr gute Ergebnisse gegen hochkarätige Mannschaften erzielt, wie beispielsweise am letzten Wochenende gegen Magdeburg. Für uns gilt, wie in jedem Heimspiel, dass wir die Punkte in Erlangen behalten wollen. Wir wissen aber genau, dass es Groß-Bieberau ein Gegner ist, wo wir annähernd an 100 Prozent unserer Leistung kommen müssen. Nach wie vor stört uns leider die Verletztensituation bei uns, wie auch bei der ersten Mannschaft, was dazu führt, dass Spieler von uns auch dort sowohl im Trainingsalltag als auch im Spielbetrieb zur Ergänzung des Kaders tätig werden müssen. Das tun wir selbstverständlich gerne, das sind ja auch große Chancen für die Spieler, aber darunter leidet natürlich unser eigenes Training und unsere eigene Routine, was die Mannschaft in den letzten Wochen jedoch sehr gut aufgenommen hat, auch wenn zwei Niederlagen mit je einem Tor zu Buche stehen, die eventuell mit dem kompletten Kader auch Siege hätten sein können. Jetzt gilt es mit dem Heimspiel gegen Groß-Bieberau zwei Punkte einzufahren.
Mit Northeim kommt einen Mitaufsteiger aus Niedersachsen, die vor der Saison auch ein unbeschriebenes Blatt waren. Sie haben sich schnell als absolut wettbewerbsfähig in der dritten Liga gezeigt. Ihr Spiel besticht auch durch einer uns ähnlichen Philosophie mit schnellem Tempohandball. Wir werden sehen, ob uns der Heimvorteil zu Gute kommt, da es für die Northeimer auch eine weite Anreise ist und ich denke, dass sie auch nicht unbedingt gewohnt sind, auswärts das abzurufen, was sie daheim bereits an sehr guten Leistungen gezeigt haben. Für uns gilt ebenfalls, dass wir die zwei Punkte behalten wollen, ohne als Favorit in die Begegnung zu gehen, sondern motiviert und selbstbewusst die Partie gegen einen gleichwertigen Gegner bestreiten.
Wie ist das Programm der U23 für die Weihnachtspause? Hast du „gute Vorsätze“ für das neue Jahr?
In die dieses Jahr recht lange Winterpause, die meiner Meinung nach schon mit den zwei spielfreien Wochen zum Spiel gegen Northeim beginnt, werden wir versuchen uns im körperlichen Bereich erst zu erholen, um dann dort nochmal klare Akzente zu setzen. Dort gilt es aufgrund unserer Strukturen nochmals alles zu tun, um einzelne Spieler weiter an das Drittliganiveau heranzuführen. Körperliche Arbeit ist dabei unabdinglich, wir haben hierzu in Erlangen auch beste Voraussetzungen, mit unserem Partner Sportland Erlangen und einem Kraftraum in der Halle, dem zuzuarbeiten. Das Weihnachtsfest wird natürlich trotzdem mit einer ausgiebig langen Pause stattfinden. Trotzdem weiß jeder, der mich und mein Training kennt, dass es für die Pause einen detaillierten Trainingsplan für jeden einzelnen Spieler geben wird, sodass wir uns keine Sorgen machen müssen, in der Rückrunde körperlich einzubrechen. Darüber hinaus ist durch den Trainerwechsel in der ersten Mannschaft hin zu Adalsteinn Eyjölfsson dort auch eine Strukturänderung eingetreten, die für uns bedeutet, dass wir bei uns die Strukturen neu definieren müssen. Ich denke das ist auch durch meine Position als Verbindungsmann nun deutlich besser möglich. Natürlich haben wir weniger Zeit als im Sommer, aber wir werden das Punkt für Punkt angehen, um die Spielphilosophie in den leistungsorientierten Unterbau einzupflegen. Dazu gehören verschiedene Abwehr- und Angriffsspielstile, die dann durchgängig gespielt werden sollen. Das werden wir versuchen in den vier Wochen „freier Zeit“ zu bearbeiten. Ich hoffe natürlich, dass jeder Spieler sich der Situation bewusst ist und sich mit dem Zeitmanagement intensiv beschäftigt, sodass wir uns individuell und als Mannschaft weiterentwickeln.

 


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